Kaderplanungen für die neue Saison stehen: Sport-Union verabschiedet sich im Sommer von vier Spielerinnen

Die Sport-Union Neckarsulm finalisiert ihre Kaderplanungen für die Saison 2026/27 in der Alsco Handball Bundesliga Frauen und wird sich von vier Spielerinnen verabschieden. Angunn Gudmestad, Lilli Holste, Lynn Holtman sowie Johanna Fossum werden den Verein nach der laufenden Saison verlassen. Bei den drei Erstgenannten hat sich die Sport-Union nach zwei gemeinsamen Jahren dazu entschieden, die auslaufenden Verträge nicht zu verlängern. Torhüterin Johanna Fossum lag hingegen ein neues Vertragsangebot für die kommende Saison vor, sie entschied sich jedoch für eine Rückkehr in ihre norwegische Heimat.

Die Verantwortlichen der Sport-Union um Trainer Thomas Zeitz haben bereits eine neue Torhüterin verpflichtet, die in den kommenden Tagen offiziell vorgestellt werden soll. Mit dieser Verpflichtung sind die Kaderplanungen für die kommende Saison abgeschlossen.

„Leider müssen wir uns nach der Saison von drei Spielerinnen verabschieden, deren Verträge auslaufen und nicht verlängert werden. Das hat unterschiedlichste Gründe, und vorab möchte ich sagen, dass uns das bei allen dreien sehr schwergefallen ist. In der Planung zur neuen Saison liegt die Priorität immer darauf, den Kader zu optimieren und zu verbessern. Hier war unter anderem eine Linkshand für den rechten Rückraum mit internationaler Erfahrung ein wichtiger Baustein. Mit Sina Ehmann haben wir eine sehr talentierte Spielerin aus der Region für uns gewinnen können, die mit ihrem variablen Spiel und ihrem sehr guten Eins-gegen-Eins ebenfalls ein Mehrwert für uns sein wird. Nimmt man dann noch die bestehenden beziehungsweise mit hoher Priorität zu verlängernden Verträge dazu, kommt man irgendwann an eine Grenze und muss Entscheidungen treffen, die schwer wiegen und keinesfalls leicht fallen. Da der Kader unter anderem auch aus wirtschaftlichen Gründen von 16 auf 15 Spielerinnen reduziert werden muss, war klar, dass wir uns von Spielerinnen trennen müssen. Aus diesem Grund mussten wir schweren Herzens Lilli Holste, Angunn Gudmestad und Lynn Holtman diese Entscheidung mitteilen. Alle drei haben vom ersten Tag an alles für den Verein gegeben und waren sportlich wie menschlich eine große Bereicherung. Lilli ist wirklich eine tolle Persönlichkeit und ein Geschenk für jede Mannschaft. Fleiß, Einsatzbereitschaft und ihre Positivität sind beeindruckend. Angunn hat wahrscheinlich den besten Schlagwurf in der ganzen Liga und ihre Dynamik ist outstanding. Am Ende passt es sportlich für beide Seiten aber nicht zu hundert Prozent, und dann trifft jeder für sich eine Entscheidung. Lynn ist eine sehr talentierte und spielfähige Spielerin, die jetzt vor allem Spielpraxis benötigt. Ich bin sicher, dass sie das Talent für die 1. Liga hat, glaube aber, dass ein oder zwei Jahre in der 2. Liga in einer tragenden Rolle jetzt genau das Richtige für sie wären. So oder so: Ich kann mich nur bei allen Dreien für die Zusammenarbeit und ihren Einsatz bedanken. Es ist keine Entscheidung gegen die drei, sondern eine Entscheidung für die Zukunft auf Basis der bestehenden Situation“, erklärt Thomas Zeitz die Entscheidungen.

Alle drei Spielerinnen wechselten vor zwei Jahren zur Sport-Union Neckarsulm und fanden sich im Team schnell zurecht. Die norwegische Rückraumspielerin Angunn Gudmestad wagte mit ihrem Wechsel von Aker Topphåndball erstmals den Schritt ins Ausland und spielte sich mit großem Einsatz, unermüdlichem Kampfgeist und zahlreichen sehenswerten Treffern aus dem Rückraum schnell in die Herzen der Neckarsulmer Fans. In der laufenden Saison kommt Gudmestad bislang auf 45 Tore und gehört damit zu den fünf erfolgreichsten Torschützinnen innerhalb der Mannschaft.

Auch Lynn Holtman ist aus dem Teamgefüge inzwischen kaum noch wegzudenken. Sportlich blieb ihr in den vergangenen beiden Jahren zwar nicht immer die erhoffte Spielzeit, dennoch stellte sie im Training regelmäßig ihre Qualität und ihr Können unter Beweis und war damit ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft.

Ähnlich verhält es sich bei Lilli Holste, die 2024 von der HSG Bensheim/Auerbach nach Neckarsulm wechselte. In beiden Spielzeiten war sie die einzige Linkshänderin im Rückraum der Sport-Union und erfüllte damit eine wichtige Rolle im Kader. Aktuell muss Holste aufgrund eines gebrochenen Knöchels pausieren und kann ihre Mannschaft nur von der Seitenlinie unterstützen. Ihr Ziel ist es jedoch, im weiteren Saisonverlauf noch einmal auf das Spielfeld zurückzukehren und sich dort von den Neckarsulmer Fans zu verabschieden.

„Ich bin dankbar für all die neuen Freundschaften und Bekanntschaften, für die Fans, die uns in der Halle unterstützen, für die Ehrenamtlichen, die mit großem Einsatz großartige Arbeit leisten, für die Sponsoren und für alle, die rund um die Mannschaft arbeiten und dafür sorgen, dass es uns auf und neben dem Spielfeld gut geht“, sagt Angunn Gudmestad und ergänzt:

„Aus handballerischer Sicht habe ich die Schritte, die ich mir vor meinem Wechsel erhofft hatte, nicht vollständig gemacht. Trotzdem habe ich mich in vielen anderen Bereichen weiterentwickelt und bin mir sicher, dass ich auf meine Zeit hier positiv zurückblicken werde. Wie mein weiterer Weg aussieht, weiß ich noch nicht, aber ich bin bereit, in den letzten Monaten hier noch einmal alles zu geben und bis zum Schluss alles für die Mannschaft und den Verein zu investieren.“

Nach zwei Jahren im Team der Sport-Union äußert sich auch Lilli Holste zu ihrem Abschied: „Leider liefen die Gespräche trotz anfänglicher positiver Rückmeldung nicht wie erhofft und der Verein hat am Ende beschlossen in einer anderen Richtung weiterzuarbeiten. Ich habe den Verein, die Fans und alle Mitwirkenden im Verlauf der letzten zwei Jahre sehr lieb gewonnen und möchte mich für die stetige Unterstützung bedanken. Ich hätte gerne noch länger zu der sportlichen Entwicklung dieser Mannschaft beigetragen, werde mich nun aber auf das Gesund werden und die Playoffs konzentrieren, um hier einen guten Abschluss feiern zu können.“

Wie Angunn Gudmestad und Lilli Holste ist auch Lynn Holtman dankbar für die Zeit in Neckarsulm und die vergangenen zwei Jahren mit der Mannschaft der Sport-Union: „Wenn ich auf die letzten zwei Jahre zurückblicke, bin ich dankbar für die gemeinsame Zeit. Es war schön, Teil eines so herzlichen Vereins zu sein und von so netten Menschen umgeben zu sein. In dieser Zeit bin ich nicht nur als Handballspielerin sondern auch als Mensch gewachsen und die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, werden mich für immer begleiten. Ich hatte mir, wie eingangs besprochen, mehr Möglichkeiten erhofft, um mich im Handball weiterzuentwickeln. Aber es war eine wichtige Erfahrung. Ich werde all die unvergesslichen Momente in Erinnerung behalten, die diese zwei Jahre so besonders gemacht haben. Auch wenn ich noch nicht weiß, was mein nächster Schritt sein wird und wohin es mich ziehen wird, werde ich in den letzten Monaten alles geben, um das Beste aus dieser Saison herauszuholen. Vielen Dank an alle, die mich auf diesem Weg im Verein begleitet haben.“, sagt Lynn Holtman.

Bei Torhüterin Johanna Fossum gestaltete sich die Situation in den vergangenen Wochen etwas anders. Von Seiten der Sport-Union hätte man die Norwegerin gerne weiterhin im Team behalten. Aufgrund eines Angebots aus ihrer Heimat entschied sich Fossum jedoch für eine Rückkehr nach Norwegen und wird künftig wieder für Sola spielen. Dort erhält sie die Chance, auf internationalem Niveau aktiv zu sein.

„Ich habe zwei unvergessliche und wirklich großartige Jahre hier in Neckarsulm verbracht. Ich habe viele wunderbare Menschen im und um den Verein kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die mich mein Leben lang begleiten werden. Es war keine leichte Entscheidung, den Verein zu verlassen, aber es fühlte sich zum jetzigen Zeitpunkt richtig an. Ich bin dankbar für alles, was ich hier erleben durfte und wünsche dem Verein sowie allen Beteiligten alles Gute für die Zukunft“, sagt Johanna Fossum zu ihrer Entscheidung, den Verein nach zwei Jahren wieder zu verlassen.

Für Thomas Zeitz kam diese Entwicklung nach den ersten Gesprächen und dem bisherigen Saisonverlauf überraschend, dennoch zeigt er Verständnis für den Schritt der Torhüterin:

„Eigentlich war mit Johanna alles besprochen und wir haben nur noch auf den unterschriebenen Vertrag gewartet. Vor ein paar Tagen kam sie nach dem Training zu mir und hat mir mitgeteilt, dass sie wieder zurück nach Norwegen möchte. Sie hat ein Angebot von ihrem Heimatverein Sola, der in dieser Saison auch in der Champions League spielt, und möchte dies mit einem Studium vor Ort sowie der Rückkehr in die Heimat beziehungsweise zur Familie verbinden. Das kam überraschend, aber wir haben Verständnis für ihren Wunsch und ihre Situation – auch wenn wir gerne mit Johanna weitergemacht hätten und es bedauern, sie nicht mehr dabei zu haben. Ich wünsche Johanna, Angunn, Lynn und Lilli von Herzen alles erdenklich Gute für die Zukunft. Ich bin mir sicher, dass sie alle ihren Weg gehen werden und sich ihre neuen Vereine auf sehr motivierte, menschlich einwandfreie und integre Spielerinnen freuen können“, so Zeitz.