Wechselbad der Gefühle: Sport-Union feiert deutlichen Derbysieg aber bangt um Kapitänin Munia Smits

Die Sport-Union Neckarsulm hat das Derby gegen die TuS Metzingen eindrucksvoll für sich entschieden. Vor 1.184 Zuschauern  setzte sich die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Zeitz mit 38:28 (16:13) durch. Doch trotz des klaren Erfolgs rückte das Sportliche nach Spielende in den Hintergrund – die SUN bangt um ihre Kapitänin Munia Smits.

Die Partie begann intensiv und war in der Anfangsphase umkämpft. Zwar erwischte Neckarsulm mit einem 3:0-Start den besseren Auftakt, doch Metzingen blieb dran und verkürzte immer wieder. Über 8:5 und 11:8 konnte sich die SUN zwar leichte Vorteile erspielen, entscheidend absetzen konnten sich die Gastgeberinnen zunächst jedoch nicht. Erst in den Schlussminuten der ersten Halbzeit gelang es, sich etwas Luft zu verschaffen und mit einer 16:13-Führung in die Pause zu gehen.

Nach dem Seitenwechsel zeigte die Sport-Union dann eine deutliche Leistungssteigerung. Mit hohem Tempo, konsequenter Chancenverwertung und einer stabilen Abwehr setzte sich Neckarsulm Schritt für Schritt ab. Ein starker Lauf zum 25:16 sorgte früh für klare Verhältnisse. Besonders bemerkenswert: Alle eingesetzten Spielerinnen fügten sich nahtlos ein und trugen ihren Teil zur dominanten zweiten Hälfte bei.

Bis zu ihrer verletzungsbedingten Auswechslung war Kapitänin Munia Smits eine der prägenden Figuren auf dem Feld. Mit acht Treffern führte sie ihr Team offensiv an, ehe sie im weiteren Spielverlauf mit einer Verletzung am linken Knie vom Feld musste. Smits war bei der unkontrollierten Landung in der 52. Minute unglücklich aufgekommen, so dass sich ihr Knie weggedreht hatte. Eine genaue Diagnose steht noch aus, die MRT-Untersuchung folgt am Montag.

Trotz des Schockmoments blieb die SUN fokussiert und spielte die Partie souverän zu Ende. Neben Smits überzeugte die SUN am Samstagabend allerdings vor allem mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, schönem Spiel über alle Positionen und einer stark aufgelegten Lena Ivancok mit zahlreichen Paraden. So steht am Ende ein deutlicher 38:28-Derbysieg – der jedoch von der Ungewissheit um die Kapitänin der Sport-Union Neckarsulm überschattet wird.

„Der Sieg ist natürlich schön und wir haben über weite Strecken, vor allem in der zweiten Halbzeit, das Spiel sehr gut kontrolliert. Wir haben mit viel Tempo gespielt, gute Lösungen gefunden und waren als Mannschaft sehr geschlossen. Aber aktuell überwiegt ganz klar die Sorge um Munia. Wir hoffen alle, dass sich ihre Verletzung als nicht so schwerwiegend herausstellt. Das ist im Moment das, was uns am meisten beschäftigt“, erklärte Cheftrainer Thomas Zeitz nach der Partie und fügt an. „Das tut echt weh. Eigentlich war es ein Abend, an dem man sich über unsere Leistung und unser Spiel hätte freuen können, aber dann zieht dir so ein Ding den Stecker.

Durch den Sieg hat die Sport-Union ein Punkte- und Torepolster, mit dem Metzingen das Team von Thomas Zeitz fast nicht mehr von Platz 6 verdrängen kann und selbst Platz 5 rechnerisch weiterhin möglich ist. Bevor die Playoffs am 18./19. April voraussichtlich mit einem Auswärtsspiel starten, folgt am kommenden Sonntag (16:00 Uhr) noch das letzte Hauptrundenspiel beim BSV Sachsen Zwickau.

Alsco Handball Bundesliga Frauen: Sport-Union Neckarsulm – TuS Metzingen 38:28 (16:13)

Neckarsulm:
Fossum (4/2 Paraden), Ivancok (16/2) – Hinkelmann (2 Tore), Gudmestad (2), Bruggeman, Soffel (4), Holtman (2), van der Linden (1), Ossenkoper (5), Smits (8), Albers (2), Döll (8/3), Uscinowicz (4)

Metzingen:
Weiss (6 Paraden), Suba (6) – Lindemann (3 Tore), Tröster (1), Petzold, Klein (2), Franz (2), Schlegel (1), Goldammer, Sabatnig (1), Demmel (2), Bitolo (5), S. Hübner (4), C. Hübner (3), Cholevova (4/3)

Siebenmeter: SUN 3/3 – MET 3/7

Zeitstrafen: SUN 5 – MET 2

Schiedsrichter: Jan Lier / Manuel Lier

Zuschauer: 1.184