Sport-Union unterliegt dem Deutschen Meister am Jubiläumsspieltag mit 24:33
Der erhoffte sportliche Erfolg zum zehnjährigen Bundesliga-Jubiläum ist für die Sport-Union Neckarsulm ausgeblieben. Am Samstagnachmittag musste sich die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Zeitz dem amtierenden Deutschen Meister HSG Blomberg-Lippe vor 1.078 Zuschauern in der Ballei mit 24:33 (10:14) geschlagen geben. Nach einem schwierigen Start kämpfte sich die Sport-Union im ersten Durchgang zwischenzeitlich bis auf einen Treffer heran, konnte diese Leistung jedoch nicht über die gesamte Spielzeit bestätigen. Insbesondere zahlreiche technische Fehler und die fehlende Konstanz verhinderten ein besseres Ergebnis gegen den Favoriten aus Ostwestfalen.
Zehn Jahre nach dem erstmaligen Aufstieg in die 1. Bundesliga stand der Samstag in der Neckarsulmer Ballei ganz im Zeichen des Bundesliga-Jubiläums. In eigens für diesen Anlass gestalteten schwarz-goldenen Sondertrikots empfing die Sport-Union mit der HSG Blomberg-Lippe den amtierenden Deutschen Meister und aktuellen Tabellenführer.
Dabei erwischte die Mannschaft von Thomas Zeitz einen denkbar schwierigen Start. Gegen die kompakte Defensive der Gäste fand Neckarsulm zunächst kaum Lösungen. Hinzu kam mit Nicole Roth eine ehemalige Neckarsulmer Torhüterin, die im Blomberger Tor einen starken Nachmittag erwischte und bereits in der Anfangsphase mehrere Möglichkeiten der Gastgeberinnen vereitelte. Auch zwei Siebenmeter blieben ungenutzt, sodass die SUN nach knapp zehn Minuten mit 0:4 zurücklag. Erst Sina Ehmann gelang in der zehnten Spielminute der erste Neckarsulmer Treffer.
In der Folge fand die Sport-Union zunehmend besser in die Begegnung und arbeitete sich Schritt für Schritt zurück. Insbesondere zwischen der 15. und 23. Spielminute zeigte die Mannschaft eine ihrer stärksten Phasen. Mit mehr Entschlossenheit im Angriff sowie einer aufmerksamen Defensive gelang es, den Rückstand kontinuierlich zu verkürzen. Nach Treffern von Alicia Soffel, Antje Döll, Meret Ossenkopp, Alessia Riner und Paulina Uścinowicz war die Partie beim 9:10 wieder völlig offen.
Allerdings gelang es Neckarsulm anschließend nicht, den positiven Verlauf fortzusetzen. Technische Fehler, ungenutzte Möglichkeiten und zwei Zeitstrafen brachten die Sport-Union erneut aus dem Rhythmus. Die Gäste nutzten diese Phase konsequent und setzten sich mit vier Treffern in Folge auf 9:14 ab. Paulina Uścinowicz verkürzte kurz vor dem Seitenwechsel noch einmal, sodass es mit einem 10:14-Rückstand in die Kabinen ging.
Schwache Phase nach der Pause bringt die Vorentscheidung
Nach dem Seitenwechsel wollte die Sport-Union an ihre guten Phasen aus der ersten Halbzeit anknüpfen. Zunächst schien dies auch zu gelingen: Meret Ossenkopp erzielte zwei der ersten drei Neckarsulmer Treffer nach Wiederbeginn und verkürzte in der 34. Spielminute auf 12:15. Doch wie bereits zu Beginn der Begegnung folgte erneut eine Phase, in der die Gastgeberinnen offensiv zu wenig Lösungen fanden und sich gleichzeitig zu viele einfache Fehler leisteten.
Blomberg nutzte diese Unsicherheiten konsequent aus und setzte sich innerhalb weniger Minuten durch einen 4:0-Lauf auf 12:19 ab. Thomas Zeitz reagierte mit seiner zweiten Auszeit und versuchte anschließend, mit einer zusätzlichen Feldspielerin im Angriff neue Impulse zu setzen. Die Umstellung auf das Sieben-gegen-Sechs brachte jedoch nicht die erhoffte Wende. Stattdessen bestraften die Gäste mehrere Ballverluste mit Treffern ins verwaiste Neckarsulmer Tor und bauten ihren Vorsprung weiter aus.
Spätestens beim 14:23 nach gut 40 Minuten war die Vorentscheidung gefallen. Während die Sport-Union weiter um jeden Treffer kämpfte, präsentierte sich der Deutsche Meister insbesondere im Tempospiel und in der Chancenverwertung äußerst konsequent. Angeführt von Nieke Kühne, die mit sieben Treffern erfolgreichste Werferin der Begegnung wurde, erhöhten die Gäste ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf zehn Tore.
Die Neckarsulmerinnen ließen sich dennoch nicht vollständig aus der Partie nehmen. Insbesondere Alicia Soffel und Alessia Riner setzten immer wieder Akzente im Angriff. Beim 20:27 rund zehn Minuten vor dem Ende betrug der Abstand zwischen beiden Mannschaften wieder sieben Treffer. Für eine ernsthafte Aufholjagd reichte es gegen die weiterhin konzentriert auftretenden Gäste jedoch nicht mehr. Den letzten Neckarsulmer Treffer des Jubiläumsspieltags steuerte Karolain Lewandowski zum 24:33-Endstand bei.
Fehlende Konstanz verhindert besseres Ergebnis
Am Ende musste die Sport-Union anerkennen, dass der amtierende Deutsche Meister insbesondere in den entscheidenden Phasen die größere Konstanz und Konsequenz an den Tag legte. Die Neckarsulmerinnen bewiesen zwar mehrfach, dass sie auch gegen einen Gegner dieser Qualität mithalten können, brachten ihre Leistung jedoch nicht über die gesamte Spielzeit auf das Spielfeld.
Auch Cheftrainer Thomas Zeitz sah die Ursachen für die Niederlage vor allem in den eigenen Fehlern und der fehlenden Überzeugung. Die Gäste hätten ihre grundlegenden Abläufe mit deutlich größerer Selbstverständlichkeit umgesetzt, während es seiner Mannschaft nicht gelungen sei, über die gesamte Spielzeit die notwendige Sicherheit zu entwickeln. Gleichzeitig würdigte der Neckarsulmer Trainer ausdrücklich die kontinuierliche Entwicklung des Deutschen Meisters.
Beste Werferin der Sport-Union war Alicia Soffel mit fünf Treffern. Jeweils dreimal waren Fanny Elovson, Alessia Riner und Meret Ossenkopp erfolgreich.
Unabhängig vom Ergebnis stand der Samstag auch im Zeichen eines besonderen Meilensteins der Vereinsgeschichte. Zehn Jahre nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga erinnerte die Sport-Union gemeinsam mit zahlreichen Fans, ehemaligen Spielerinnen, Wegbegleitern und Partnern an ein Jahrzehnt voller Herausforderungen, Erfolge und unvergesslicher Momente. Im Anschluss an die Begegnung wurde das Jubiläum gemeinsam mit ehemaligen Spielerinnen der Aufstiegsmannschaft von 2016 sowie Sponsoren und Partnern im VIP-Bereich weitergefeiert.
Spielstatistik
Sport-Union Neckarsulm – HSG Blomberg-Lippe 24:33 (10:14)
Sport-Union Neckarsulm: Linder, Györi; Hinkelmann (1), Elovson (3), Bruggeman, Soffel (5), Březinová (2), Riner (3), Ossenkopp (3), Lewandowski (1), Ehmann (1), Albers (1), Verbraeken (1), Döll (1/1), Uścinowicz (2).
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux (1), D. Magnusdottir (2), Kühne (7), Mühlner (4), Axmann (2), Bucher (6/4), Tietjen, Röpcke, Hauf (2), E. Magnusdottir (2), Njinkeu (5), Jurenczyk (2).
Siebenmeter: 1/3 – 4/4
Zeitstrafen: 4 – 2
Schiedsrichter: Paul Kijowsky / Lukas Strüder
Zuschauer: 1.078

